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CUCINA MIA

Rezepte aus meiner Küche

„Essen ist ein Bedürfnis, Geniessen eine Kunst.“
​– François de La Rochefoucauld

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Herbstblätter - gefüllte Apéro Kissen

20/9/2026

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Herbstblätter – oder meine kleine Sisyphusarbeit

Die Idee war eigentlich ganz einfach: Blätterteig in Blattform, herbstlich gefüllt und hübsch sollten sie natürlich auch noch aussehen.
Dass ich dafür jedes einzelne Blatt von Hand einritzen musste, hatte ich bei der Planung wohl grosszügig verdrängt.
Sagen wir so: Es gibt Arbeiten in der Küche, die eher nicht zu meinen Hobbys gehören.

Bei der Füllung stand ich dafür kurz auf dem Schlauch. Zum Glück habe ich meine persönliche Küchen-Hotline: einen guten Freund, den ich immer dann anfunke, wenn mir die entscheidende Idee fehlt.
Duxelles! Natürlich.

Also Champignons fein gehackt, schön trocken gebraten und mit etwas gemahlenen getrockneten Steinpilzen noch eine Portion Pilzaroma dazugegeben.

Gefüllt wurden meine kleinen Sisyphus-Blätter schliesslich mit Pilz-Duxelles, Gruyère-Espuma und einem Klecks Preiselbeermarmelade.
Und spätestens beim ersten Bissen war das Einritzen dann auch schon fast wieder vergessen. Fast. 
​
Bild
Bildaufnahme: Ursula Gloor

​Blätterteigblätter


Blätterteig ausrollen und mit einem Blattausstecher ausstechen. Für die Blattoptik mit einem kleinen, scharfen Messer die Blattadern vorsichtig einritzen – dabei den Teig nicht ganz durchschneiden. 

Die Blätter mit verquirltem Eigelb, eventuell mit einem Schluck Rahm oder Milch vermischt, dünn bestreichen.
Bei 200 °C Ober-/Unterhitze ca. 10 Minuten goldbraun und schön aufgegangen backen. Vollständig auskühlen lassen.
​
Anschliessend die Blätter vorsichtig waagrecht aufschneiden
​
Bild
Pilz-Duxelles
Zutaten
  • 300 g Champignons
  • 1 kleine Schalotte
  • 1 kleine Knoblauchzehe
  • 1 EL Butter
  • ca. 1 KL gemahlene getrocknete Steinpilze
  • Salz
  • schwarzer Pfeffer
  • wenig Thymian, optional

Zubereitung
Champignons, Schalotte und Knoblauch sehr fein hacken. Butter erhitzen, Schalotte und Knoblauch kurz anschwitzen. Champignons dazugeben und bei guter Hitze braten.
Dann etwas Geduld: Die Pilze geben zuerst ziemlich viel Wasser ab. Weiterbraten, bis die Flüssigkeit wirklich vollständig verdampft und die Masse fast trocken ist.
Gemahlene Steinpilze dazugeben, mit Salz und Pfeffer abschmecken und vollständig auskühlen lassen.

Gruyère-Espuma
Zutaten
  • 150 g Gruyère, fein gerieben
  • 200 g Vollrahm
  • 100 g Milch
  • 1/2 Blatt Gelatine
  • wenig Pfeffer
  • eine Prise Muskat

Zubereitung
Gelatine in kaltem Wasser einweichen.
Milch und Rahm erhitzen, aber nicht kochen. Gruyère dazugeben und unter Rühren schmelzen lassen. Gelatine ausdrücken und in der warmen Masse auflösen.
Mit Pfeffer und nach Wunsch wenig Muskat abschmecken. Die Masse sehr fein mixen und unbedingt durch ein feines Sieb passieren – wichtig, damit später nichts die Düse verstopft.
Vollständig kalt stellen, danach in einen 0,5-l-Kisag füllen, eine Kapsel aufschrauben, kräftig schütteln und nochmals gut kalt stellen.

Vor Gebrauch nochmals kräftig schütteln.

Zum Fertigstellen: Blätter aufschneiden → wenig Duxelles → Gruyère-Espuma → kleiner Klecks Preiselbeermarmelade → Deckel drauf.
Gerade die Preiselbeere nur sparsam verwenden. Sie soll einen kleinen süss-säuerlichen Kontrast geben und nicht Pilz und Gruyère überdecken.
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Datteltomaten dörren

19/9/2026

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Datteltomaten dörren – klein, schrumpelig und voller Geschmack

Zu viele Datteltomaten? Gibt es bei mir eigentlich nicht. Was nicht gleich gegessen oder verkocht wird, mache ich einfach haltbar.
Dieses Mal durften die Tomaten in den Dörrofen. Viel Arbeit ist es nicht: halbieren, auflegen, warten. Entkernen ist nicht nötig – schliesslich soll möglichst viel Geschmack bleiben.
Nach einigen Stunden werden aus den saftigen Tomaten kleine, schrumpelige Aromabomben. Perfekt für Pasta, Focaccia, Antipasti, Sugo oder einfach direkt zum Naschen.
Bild
Getrocknete Datteltomaten
Zutaten
  • 1 kg reife Datteltomaten
  • nach Wunsch etwas getrockneter Oregano oder Basilikum

Salz braucht es nicht unbedingt. Ich habe meine Tomaten bewusst ungewürzt getrocknet, damit ich sie später je nach Gericht verwenden kann.

Zubereitung im Dörrofen
  1. Die Tomaten waschen und gut trocknen.
  2. Längs halbieren. Entkernen ist nicht nötig.
  3. Mit der Schnittfläche nach oben auf die Dörrgitter legen. Die Tomaten sollten sich möglichst nicht berühren.
  4. Bei 60 °C etwa 8–12 Stunden dörren.
  5. Gegen Ende regelmässig kontrollieren, da kleinere Tomaten schneller fertig sind.

Die genaue Dauer hängt von der Grösse, dem Wassergehalt und dem gewünschten Ergebnis ab.

Zubereitung im Backofen
Kein Dörrofen? Es funktioniert auch im normalen Backofen.

Die halbierten Tomaten mit der Schnittfläche nach oben auf ein Gitter oder ein mit Backpapier belegtes Blech legen.

Bei 60–70 °C Umluft trocknen und die Backofentür einen kleinen Spalt offen lassen, damit die Feuchtigkeit entweichen kann.

Je nach Backofen und Grösse der Tomaten dauert das ungefähr 10–18 Stunden. Zwischendurch die Bleche tauschen und die Tomaten regelmässig kontrollieren.

Wann sind die Tomaten fertig?
Das hängt davon ab, wie ihr sie aufbewahren möchtet.

Halbgetrocknet und noch weich.
Die Tomaten sind ledrig, biegsam und innen noch leicht saftig. So schmecken sie besonders fein, sind aber nicht bei Raumtemperatur haltbar.
Im Kühlschrank innerhalb von 3–4 Tagen verwenden oder portionsweise einfrieren.

Vollständig getrocknet
Für eine längere Lagerung müssen die Tomaten komplett durchgetrocknet sein. Beim Drücken darf keine Feuchtigkeit mehr austreten. Für eine wirklich sichere Vorratshaltung dürfen sie eher trocken bis knusprig sein.
Vor dem Abfüllen vollständig auskühlen lassen.


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Wie lange sind getrocknete Tomaten haltbar?
Vollständig getrocknete Tomaten in ein sauberes, trockenes und luftdicht verschliessbares Glas füllen. Kühl, trocken und dunkel gelagert halten sie etwa 6–12 Monate.
In den ersten Tagen das Glas kontrollieren. Bildet sich Kondenswasser, müssen die Tomaten nochmals nachgetrocknet werden.
Bei Schimmel, ungewöhnlichem Geruch oder feuchten Stellen bitte vollständig entsorgen.


So verwende ich die getrockneten Tomaten
  • klein geschnitten in Pasta oder Risotto
  • auf Focaccia oder Pizza
  • in Sugo und Schmorgerichten
  • zu Burrata oder Mozzarella
  • im Brot- oder Focacciateig
  • als Teil einer Antipasti-Platte
  • püriert in Aufstrichen und Dips

Und weil wir gerade beim Haltbarmachen sind: Mein Kurs «Einmachen & Haltbar machen» Ende Oktober ist bereits ausverkauft. Vielen lieben Dank – ich freue mich riesig!

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Lemon Curd

13/9/2026

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Lemon Curd – ich liebe es. Der Rest hier eher weniger.

Es gibt ja so Sachen, bei denen ist man sich zuhause einfach nicht einig. Bei uns gehört Lemon Curd definitiv dazu.
Ich liebe ihn. Diese Mischung aus süss und sauer, herrlich zitronig, cremig und gleichzeitig frisch – ich könnte ihn tatsächlich einfach mit dem Löffel aus dem Glas essen.

Meine Familie? Sagen wir es so: Ich muss das Glas nicht anschreiben, damit mir jemand etwas davon übrig lässt.
Darum mache ich Lemon Curd tatsächlich gar nicht so oft nur für uns zuhause. Meistens gibt es einen Grund dafür: Ich brauche ihn für einen Kochkurs, für ein Dessert oder zum Backen. Und wenn dann noch etwas übrig bleibt, findet sich immer jemand, der sich über ein Gläschen freut. Oder eben ich. Auch gut.

Diesmal steht wieder ein Kurs dahinter: Für meinen Apéro riche – Herbstedition brauche ich Lemon Curd für eines der beiden kleinen Desserts. Gerade bei einem Apéro riche mag ich Desserts, die nicht einfach nur süss sind. Nach all den herzhaften Häppchen darf zum Schluss ruhig etwas Frisches und Säuerliches kommen.
Und genau dafür ist Lemon Curd perfekt.
​
Selbermachen lohnt sich übrigens wirklich. Man braucht nur wenige Zutaten, es geht schnell und geschmacklich liegen zwischen einem frisch gemachten Lemon Curd und vielen gekauften Varianten kleine Welten.
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Lemon Curd

Ergibt ca. 300–350 g
Zutaten
  • 2 Bio-Zitronen
  • 100 ml frisch gepresster Zitronensaft
  • fein abgeriebene Schale von 1 Zitrone
  • 120 g Zucker
  • 2 Eier
  • 2 Eigelb
  • 80 g kalte Butter, in Würfeln
  • 1 kleine Prise Salz

Zubereitung
​
Zitronensaft, Zitronenabrieb, Zucker, Eier, Eigelb und eine kleine Prise Salz in einen Topf geben und mit dem Schwingbesen gut verrühren.
Die Masse bei mittlerer bis kleiner Hitze langsam erwärmen und dabei ständig rühren. Sie soll nicht sprudelnd kochen. Sobald der Lemon Curd deutlich eindickt und etwa 82–84 °C erreicht hat, den Topf vom Herd nehmen.
​
Nun die kalte Butter nach und nach einrühren, bis eine wunderbar glatte, glänzende Creme entstanden ist.
Wer den Lemon Curd besonders fein haben möchte, streicht ihn anschliessend noch durch ein Sieb. Das mache ich vor allem dann, wenn ich ihn für feine Desserts oder zum Füllen verwende.
In ein sauberes Glas füllen, die Oberfläche direkt abdecken und vollständig auskühlen lassen. Im Kühlschrank wird der Lemon Curd noch etwas fester.
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Cucina-mia-Tipp
Lemon Curd ist viel mehr als nur ein Brotaufstrich. Ich verwende ihn gerne als Füllung für Cupcakes und Tartelettes, zu Pavlova, zwischen Biskuitböden, zu Joghurt oder als säuerlichen Kontrast in einem Dessert im Glas.

Und falls ihr ebenfalls die einzigen Lemon-Curd-Fans in eurem Haushalt seid: Keine Sorge. Ein hübsches Glas davon lässt sich wunderbar verschenken.
​
Oder man behält es einfach selber. Ich würde das durchaus verstehen.
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Beef Jerky mit Coffee-Pepper-Rub

9/8/2026

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oder: Der Dörrofen kann auch Fleisch

​Ich gebe es zu: Ich besitze das eine oder andere Küchengerät.
Okay. Vielleicht auch ein paar mehr.

Das ist allerdings nicht ganz allein meiner Küchengeräte-Sammelleidenschaft geschuldet. Nach vielen Jahren mit meinem früheren Laden Küchenpunkt und durch meine Kochkurse hat sich über die Zeit einfach einiges angesammelt. Und so steht bei mir unter anderem ein ziemlich stattlicher Dörrofen.

Darin trockne ich Kräuter, Gemüse, Früchte und alles Mögliche, was sich sinnvoll haltbar machen lässt.
Mein Sohn betrachtete das offenbar schon länger mit einer gewissen Skepsis.

Vor Kurzem kam er nach Hause, schaute Richtung Dörrofen und meinte:
«Kann dein riesiger Dörrofen eigentlich auch mal was Geiles machen oder nur Kaninchenfutter? Du weisst schon, dass das auch mit Fleisch geht, oder?»
​
Frechheit.
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Also gut. Challenge accepted: Beef Jerky.

​Und weil einfach nur Fleisch trocknen ja dann doch etwas langweilig wäre, bekam meine Version einen Coffee-Pepper-Rub. Kaffee zu Rind klingt im ersten Moment vielleicht etwas speziell, funktioniert aber richtig gut. Der Kaffee schmeckt am Ende nicht nach Frühstück, sondern sorgt zusammen mit schwarzem Pfeffer und geräuchertem Paprika für kräftige, dunkle Röstaromen. Dazu etwas Peperoncino für die Schärfe.

Und siehe da: Der Dörrofen kann tatsächlich mehr als Kaninchenfutter.
​
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Beef Jerky mit Coffee-Pepper-Rub

Zutaten

Für ca. 500 g Fleisch:
  • 500 g magere Rinderhüfte
  • 75 ml dunkle Sojasauce
  • 50 ml Worcestersauce
  • 1 EL Balsamico
  • 1 TL Dattelsirup
  • ¼ TL Salz
  • 1 TL sehr fein gemahlener Espresso
  • 1½ TL frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • ½ TL geräuchertes Paprikapulver
  • Peperoncino nach gewünschter Schärfe

Zubereitung

1. Fleisch vorbereiten
Für Beef Jerky sollte das Fleisch möglichst mager sein. Fett wird beim Dörren nicht trocken und verkürzt ausserdem die Haltbarkeit.
Die Rinderhüfte deshalb sorgfältig von sichtbarem Fett und Sehnen befreien.
Ein kleiner Trick: Das Fleisch für etwa 30–45 Minuten ins Gefrierfach legen. Leicht angefroren lässt es sich wesentlich einfacher in gleichmässige, etwa 3–4 mm dünne Streifen schneiden.
Wer sein Jerky eher zart möchte, schneidet quer zur Faser. Wer gerne etwas zu kauen hat, schneidet mit der Faser.

2. Marinieren
Sojasauce, Worcestersauce, Balsamico und Dattelsirup mit Salz, Espresso, Pfeffer, geräuchertem Paprika und Peperoncino gut verrühren.
Die Fleischstreifen dazugeben und alles gründlich vermischen, sodass jedes Stück Marinade abbekommt.
Abgedeckt für etwa 24 Stunden im Kühlschrank marinieren.

3. Ab in den Dörrofen
Das Fleisch aus der Marinade nehmen und mit Küchenpapier gut abtupfen. Die Streifen mit etwas Abstand auf den Gittern des Dörrofens verteilen.
Wer es besonders pfeffrig mag, kann jetzt nochmals etwas frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer darübergeben.
Bei 65°C dörren.

Je nach Dicke der Fleischstreifen und Gerät dauert das ungefähr 5–7 Stunden. Deshalb lieber gegen Ende regelmässig kontrollieren.
Das Jerky ist fertig, wenn es trocken ist und beim Biegen leichte Risse zeigt, aber nicht einfach durchbricht. Nach dem Auskühlen wird es nochmals etwas fester.
​
Bild
Und wie schmeckt Kaffee auf Fleisch?

Keine Angst: Das fertige Jerky schmeckt nicht nach Espresso.
Der Kaffee bringt vor allem Röstaromen und eine leichte Bitterkeit mit, die hervorragend zu Rindfleisch passt. Worcestersauce und Sojasauce sorgen für Umami, der kleine Schuss Dattelsirup rundet das Ganze ab, ohne daraus ein süsses Jerky zu machen. Balsamico bringt etwas Säure und Peperoncino die nötige Schärfe.

Das Ergebnis ist würzig, leicht rauchig, pfeffrig und ziemlich gefährlich zum Nebenbeiessen.

Und mein Sohn?
Nun ja.
​
Der Dörrofen wurde inzwischen offiziell vom Kaninchenfutter-Produzenten zum brauchbaren Küchengerät befördert.
Ich werte das als Erfolg.
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Mediterrane Zwetschgen-Grillsauce

9/8/2026

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Mediterrane Zwetschgen-Grillsauce – fruchtig, würzig und garantiert nicht zuckrig

Wer mich kennt, weiss: Wenn die Zwetschgensaison beginnt, gibt es bei mir kein Halten mehr. Nach Essig-Gwürz-Zwätschge, Konfitüre und weiteren Köstlichkeiten stand plötzlich noch eine Schüssel Zwetschgen vor mir.

Die naheliegende Frage war: Warum nicht einmal eine Grillsauce daraus machen?

Gesagt, getan. Herausgekommen ist keine typisch amerikanische BBQ-Sauce, sondern eine mediterrane Variante. Fruchtig, würzig, leicht süsslich, angenehm scharf und mit einer schönen Tiefe durch Espresso, Balsamico und Dattelsirup. Genau so mag ich Grillsaucen: voller Geschmack, aber ohne die oft dominierende Zuckersüsse.

Für mich passt sie perfekt zu Burgern, Pulled Chicken, Steak, Grillkäse oder als Dip zu Ofenkartoffeln. Besonders empfehlen kann ich sie zu meinem Pulled Chicken in Pita – die Kombination ist einfach genial.

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Zutaten (ca. 4-5 Gläser à 250 ml)
  • 1 kg reife Zwetschgen, entsteint
  • 5–6 Medjool-Datteln, entsteint
  • 1 grosse rote Zwiebel
  • 4 Knoblauchzehen
  • 2 EL Olivenöl 
  • 2 EL Tomatenmark
  • 80 ml Balsamico
  • 50 ml Apfelessig
  • 1 Espresso (ca. 40 ml)
  • 2 EL Worcestersauce
  • 1 - 2EL Sojasauce
  • 2 TL geräuchertes Paprikapulver
  • ½–1 TL scharfes Pul Biber oder anderes Chilli
  • 1 - 2 Zweige Rosmarin, Thymian, Oregano
  • 1 TL Salz
  • Pfeffer aus der Mühle
  • 2 EL Dattelsirup 

Zubereitung
  1. Die Datteln im warmen Espresso etwa 10 Minuten einweichen.
  2. Zwiebel und Knoblauch fein würfeln und im Olivenöl bei mittlerer Hitze glasig dünsten. Das Tomatenmark zugeben und 2–3 Minuten mitrösten.
  3. Nun die Zwetschgen, die eingeweichten Datteln samt Espresso sowie alle restlichen Zutaten hinzufügen. Alles bei kleiner Hitze 45–60 Minuten köcheln lassen, bis die Zwetschgen vollständig zerfallen sind.
  4. Den Rosmarinzweig entfernen und die Sauce mit einem Stabmixer oder Hochleistungsmixer fein pürieren.
  5. Anschliessend nochmals 10–20 Minuten offen einkochen lassen, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist.
  6. Jetzt abschmecken. Wer etwas mehr Schärfe mag, ergänzt noch etwas Pul Biber. Fehlt etwas Säure, hilft ein kleiner Schuss Apfelessig.
  7. Die Sauce kochend heiss in sterilisierte Gläser oder Flaschen füllen und sofort verschliessen.
​
Bild

​
Haltbar machen
Für eine längere Haltbarkeit stelle ich die verschlossenen Gläser anschliessend noch für 30 Minuten bei 90 °C Dampf in den Steamer. Danach dürfen sie im ausgeschalteten Gerät noch etwa 10 Minuten ruhen. 

Variante  – Backofen
Gläser in eine tiefe Fettpfanne oder Auflaufform stellen.
​
Ca. 2–3 cm heisses Wasser einfüllen.
In den auf 90 °C Ober-/Unterhitze vorgeheizten Ofen stellen.
30 Minuten pasteurisieren.


Danach den Ofen ausschalten und die Gläser noch 10 Minuten darin stehen lassen.Passt hervorragend zu:
  • Pulled Chicken
  • Burger
  • Steak
  • Spareribs
  • Grillkäse oder Halloumi
  • Pouletflügel
  • Ofenkartoffeln
  • Käseplatten

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Sapevi che…? Licoli – dieses blubbernde Ding

27/7/2026

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Licoli – dieses blubbernde Ding in meinem Kühlschrank

Wer meine Rezepte in letzter Zeit gelesen hat, ist vermutlich über ein Wort gestolpert, das immer wieder auftaucht:
Licoli.

200 g Licoli hier, aktiver Licoli da, auffrischen, warten, backen.
Und vielleicht hast du dir längst gedacht: Schön und gut – aber was zum Teufel ist eigentlich Licoli?

Zeit für ein neues Sapevi che…?
Was ist Licoli eigentlich?Licoli ist die flüssige Variante eines Sauerteigstarters. Der Name ist die Kurzform von „lievito in coltura liquida“ – also einem Sauerteig, der mit einem hohen Wasseranteil geführt wird.
Ganz klassisch wird Licoli mit 100 % Hydration geführt.
Das klingt komplizierter, als es ist: Auf 100 g Mehl kommen 100 g Wasser.
Mehr Mathematik brauchen wir heute nicht.

In diesem Gemisch leben natürliche Hefen und Milchsäurebakterien. Gibt man ihnen frisches Mehl, Wasser, die richtige Temperatur und etwas Zeit, legen sie los.
Der Licoli beginnt Blasen zu bilden, geht auf und entwickelt ein angenehm mildes, leicht säuerliches und hefiges Aroma.
Und genau diese kleine blubbernde Gemeinschaft sorgt später dafür, dass unser Teig aufgeht – ganz ohne klassische Backhefe.
Wobei ich Sauerteigbacken sowieso weniger als exakte Wissenschaft und mehr als eine kleine Beziehung betrachte.

Man füttert ihn.
Man beobachtet ihn.
Man freut sich, wenn er wächst.

Und wenn er an einem Tag überhaupt keine Lust hat, fragt man sich ernsthaft, was man falsch gemacht hat.
Und was ist der Unterschied zu Lievito Madre?
Falls du schon länger bei mir mitliest, kennst du vielleicht meinen Lievito Madre.

Die beiden sind ziemlich nahe Verwandte.
Lievito Madre ist ein deutlich fester geführter italienischer Sauerteig. Licoli enthält mehr Wasser und ist entsprechend weich bis fast fliessend. Beide enthalten natürliche Hefen und Milchsäurebakterien und können als Triebmittel für unsere Teige eingesetzt werden.
Ich bin übrigens über meinen Lievito Madre zum Licoli gekommen.
Denn aus einem vorhandenen Lievito Madre lässt sich wunderbar ein Licoli ziehen. Man muss also nicht zwingend wieder bei null anfangen.
Und genau so ist dieses weitere Glas irgendwann in meinem Kühlschrank eingezogen.

Aber schmeckt Sauerteig nicht… sauer?Genau das ist wahrscheinlich eines der grössten Missverständnisse rund um Sauerteig.
Denn Lievito Madre und ein daraus geführter Licoli sind bei guter Führung wunderbar mild und aromatisch.
Nicht dieses stechend saure Aroma, das viele mit einem klassischen Sauerteigbrot verbinden.

Und genau das macht die beiden für mich so spannend.
Ein gut gepflegter Licoli bringt Aroma und Tiefe in einen Teig, ohne sich geschmacklich in den Vordergrund zu drängen. Er unterstützt den Geschmack des Gebäcks, statt alles einfach nur „sauer“ schmecken zu lassen.
Natürlich kann auch ein Licoli säuerlicher werden, wenn er sehr lange steht oder nicht optimal geführt wird. Aber gut gepflegt ist sein Aroma angenehm mild.
Und deshalb ist er längst nicht nur etwas für Brot.
Süss oder salzig? Beides!

Licoli funktioniert wunderbar für salzige UND süsse Gebäcke.

Focaccia, Pizza, Ciabatta und knusprige Brote sowieso.
Aber genauso Brioche, süsse Hefeteige, Frühstücksgebäck und andere Gebäcke, bei denen ich die Vorteile einer langen Fermentation und ein schönes Aroma möchte – aber ganz bestimmt keinen deutlich sauren Geschmack.

Gerade das liebe ich an der italienischen Sauerteigwelt:
mild, aromatisch und unglaublich vielseitig.
Falls du bisher bei Sauerteig immer gedacht hast:
Nein danke, mir ist das viel zu sauer.
Dann könnte Licoli dich vielleicht doch noch auf die andere Seite ziehen.

Bei mir hat er es jedenfalls geschafft.
Warum backe ich so gerne damit?
Weil ich Geschmack liebe. Mit Licoli und einer langen Teigführung bekommt ein Teig Zeit, Aroma zu entwickeln.
Gerade bei meinen Broten, Focacce und sehr weichen, wasserreichen Teigen mag ich ihn inzwischen besonders gerne.

Aussen eine kräftige, knusprige Kruste, innen eine saftige, luftige Krume – und dieses Aroma, das ein schnell geführter Hefeteig so einfach nicht mitbringt.
Dafür muss man Licoli allerdings etwas geben, das in vielen Rezepten inzwischen fast zur Mangelware geworden ist:
Zeit.

Und genau das gefällt mir daran.
Nicht alles muss in 30 Minuten fertig sein.
Manchmal darf ein Teig einfach über Nacht oder auch zwei oder drei Tage im Kühlschrank liegen und vor sich hin arbeiten, während wir etwas anderes machen.

Muss ich jetzt ständig meinen Licoli füttern?
Keine Sorge. Du musst dein Leben nicht nach einem Glas Sauerteig ausrichten.
Wenn ich nicht damit backe, wohnt mein Licoli ganz entspannt im Kühlschrank.
Möchte ich ihn verwenden, wird er aufgefrischt und darf wieder aktiv werden. Wenn er sich nach dem Füttern sichtbar vergrössert, voller Bläschen ist und schön lebendig aussieht, kann es losgehen.

Und dann beginnt der Teil, den ich am liebsten mag:
Mehl, Wasser, Salz, Licoli.
Kneten, warten, falten, wieder warten.
Und irgendwann gespannt vor dem Backofen stehen und hoffen, dass genau diese wilden, grossen Poren entstanden sind, die ich so liebe.

Denn bei aller Erfahrung gilt beim Sauerteigbacken für mich immer noch:
Der Teig bestimmt den Zeitplan. Nicht die Uhr.
Und brauche ich jetzt auch ein Glas Licoli?
Natürlich nicht.

Aber ich warne dich: Sauerteig hat gewisse Nebenwirkungen.
Zuerst steht ein Glas im Kühlschrank.
Dann kauft man plötzlich Mehle, von denen man vorher nicht einmal wusste, dass man sie braucht.
Man spricht über Hydration, Stockgare und Coil Folds.
Und irgendwann steht man morgens in der Küche und freut sich ernsthaft darüber, dass etwas in einem Glas sein Volumen verdoppelt hat.
Willkommen in meiner Welt.
Und weil dir Licoli in meinen Rezepten ziemlich sicher noch öfter begegnen wird, weisst du jetzt wenigstens, wer dieser ominöse Mitbewohner in meinem Kühlschrank eigentlich ist.

Sapevi che…?
Hinter diesem kleinen italienischen Wort steckt eigentlich nur Mehl, Wasser und eine ziemlich faszinierende kleine Welt voller Leben.
​
Il resto lo fa il tempo.
Den Rest erledigt die Zeit.
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