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CUCINA MIA

Rezepte aus meiner Küche

„Essen ist ein Bedürfnis, Geniessen eine Kunst.“
​– François de La Rochefoucauld

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Herbstblätter - gefüllte Apéro Kissen

20/9/2026

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Herbstblätter – oder meine kleine Sisyphusarbeit

Die Idee war eigentlich ganz einfach: Blätterteig in Blattform, herbstlich gefüllt und hübsch sollten sie natürlich auch noch aussehen.
Dass ich dafür jedes einzelne Blatt von Hand einritzen musste, hatte ich bei der Planung wohl grosszügig verdrängt.
Sagen wir so: Es gibt Arbeiten in der Küche, die eher nicht zu meinen Hobbys gehören.

Bei der Füllung stand ich dafür kurz auf dem Schlauch. Zum Glück habe ich meine persönliche Küchen-Hotline: einen guten Freund, den ich immer dann anfunke, wenn mir die entscheidende Idee fehlt.
Duxelles! Natürlich.

Also Champignons fein gehackt, schön trocken gebraten und mit etwas gemahlenen getrockneten Steinpilzen noch eine Portion Pilzaroma dazugegeben.

Gefüllt wurden meine kleinen Sisyphus-Blätter schliesslich mit Pilz-Duxelles, Gruyère-Espuma und einem Klecks Preiselbeermarmelade.
Und spätestens beim ersten Bissen war das Einritzen dann auch schon fast wieder vergessen. Fast. 
​
Bild
Bildaufnahme: Ursula Gloor

​Blätterteigblätter


Blätterteig ausrollen und mit einem Blattausstecher ausstechen. Für die Blattoptik mit einem kleinen, scharfen Messer die Blattadern vorsichtig einritzen – dabei den Teig nicht ganz durchschneiden. 

Die Blätter mit verquirltem Eigelb, eventuell mit einem Schluck Rahm oder Milch vermischt, dünn bestreichen.
Bei 200 °C Ober-/Unterhitze ca. 10 Minuten goldbraun und schön aufgegangen backen. Vollständig auskühlen lassen.
​
Anschliessend die Blätter vorsichtig waagrecht aufschneiden
​
Bild
Pilz-Duxelles
Zutaten
  • 300 g Champignons
  • 1 kleine Schalotte
  • 1 kleine Knoblauchzehe
  • 1 EL Butter
  • ca. 1 KL gemahlene getrocknete Steinpilze
  • Salz
  • schwarzer Pfeffer
  • wenig Thymian, optional

Zubereitung
Champignons, Schalotte und Knoblauch sehr fein hacken. Butter erhitzen, Schalotte und Knoblauch kurz anschwitzen. Champignons dazugeben und bei guter Hitze braten.
Dann etwas Geduld: Die Pilze geben zuerst ziemlich viel Wasser ab. Weiterbraten, bis die Flüssigkeit wirklich vollständig verdampft und die Masse fast trocken ist.
Gemahlene Steinpilze dazugeben, mit Salz und Pfeffer abschmecken und vollständig auskühlen lassen.

Gruyère-Espuma
Zutaten
  • 150 g Gruyère, fein gerieben
  • 200 g Vollrahm
  • 100 g Milch
  • 1/2 Blatt Gelatine
  • wenig Pfeffer
  • eine Prise Muskat

Zubereitung
Gelatine in kaltem Wasser einweichen.
Milch und Rahm erhitzen, aber nicht kochen. Gruyère dazugeben und unter Rühren schmelzen lassen. Gelatine ausdrücken und in der warmen Masse auflösen.
Mit Pfeffer und nach Wunsch wenig Muskat abschmecken. Die Masse sehr fein mixen und unbedingt durch ein feines Sieb passieren – wichtig, damit später nichts die Düse verstopft.
Vollständig kalt stellen, danach in einen 0,5-l-Kisag füllen, eine Kapsel aufschrauben, kräftig schütteln und nochmals gut kalt stellen.

Vor Gebrauch nochmals kräftig schütteln.

Zum Fertigstellen: Blätter aufschneiden → wenig Duxelles → Gruyère-Espuma → kleiner Klecks Preiselbeermarmelade → Deckel drauf.
Gerade die Preiselbeere nur sparsam verwenden. Sie soll einen kleinen süss-säuerlichen Kontrast geben und nicht Pilz und Gruyère überdecken.
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Datteltomaten dörren

19/9/2026

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Datteltomaten dörren – klein, schrumpelig und voller Geschmack

Zu viele Datteltomaten? Gibt es bei mir eigentlich nicht. Was nicht gleich gegessen oder verkocht wird, mache ich einfach haltbar.
Dieses Mal durften die Tomaten in den Dörrofen. Viel Arbeit ist es nicht: halbieren, auflegen, warten. Entkernen ist nicht nötig – schliesslich soll möglichst viel Geschmack bleiben.
Nach einigen Stunden werden aus den saftigen Tomaten kleine, schrumpelige Aromabomben. Perfekt für Pasta, Focaccia, Antipasti, Sugo oder einfach direkt zum Naschen.
Bild
Getrocknete Datteltomaten
Zutaten
  • 1 kg reife Datteltomaten
  • nach Wunsch etwas getrockneter Oregano oder Basilikum

Salz braucht es nicht unbedingt. Ich habe meine Tomaten bewusst ungewürzt getrocknet, damit ich sie später je nach Gericht verwenden kann.

Zubereitung im Dörrofen
  1. Die Tomaten waschen und gut trocknen.
  2. Längs halbieren. Entkernen ist nicht nötig.
  3. Mit der Schnittfläche nach oben auf die Dörrgitter legen. Die Tomaten sollten sich möglichst nicht berühren.
  4. Bei 60 °C etwa 8–12 Stunden dörren.
  5. Gegen Ende regelmässig kontrollieren, da kleinere Tomaten schneller fertig sind.

Die genaue Dauer hängt von der Grösse, dem Wassergehalt und dem gewünschten Ergebnis ab.

Zubereitung im Backofen
Kein Dörrofen? Es funktioniert auch im normalen Backofen.

Die halbierten Tomaten mit der Schnittfläche nach oben auf ein Gitter oder ein mit Backpapier belegtes Blech legen.

Bei 60–70 °C Umluft trocknen und die Backofentür einen kleinen Spalt offen lassen, damit die Feuchtigkeit entweichen kann.

Je nach Backofen und Grösse der Tomaten dauert das ungefähr 10–18 Stunden. Zwischendurch die Bleche tauschen und die Tomaten regelmässig kontrollieren.

Wann sind die Tomaten fertig?
Das hängt davon ab, wie ihr sie aufbewahren möchtet.

Halbgetrocknet und noch weich.
Die Tomaten sind ledrig, biegsam und innen noch leicht saftig. So schmecken sie besonders fein, sind aber nicht bei Raumtemperatur haltbar.
Im Kühlschrank innerhalb von 3–4 Tagen verwenden oder portionsweise einfrieren.

Vollständig getrocknet
Für eine längere Lagerung müssen die Tomaten komplett durchgetrocknet sein. Beim Drücken darf keine Feuchtigkeit mehr austreten. Für eine wirklich sichere Vorratshaltung dürfen sie eher trocken bis knusprig sein.
Vor dem Abfüllen vollständig auskühlen lassen.


Bild

Wie lange sind getrocknete Tomaten haltbar?
Vollständig getrocknete Tomaten in ein sauberes, trockenes und luftdicht verschliessbares Glas füllen. Kühl, trocken und dunkel gelagert halten sie etwa 6–12 Monate.
In den ersten Tagen das Glas kontrollieren. Bildet sich Kondenswasser, müssen die Tomaten nochmals nachgetrocknet werden.
Bei Schimmel, ungewöhnlichem Geruch oder feuchten Stellen bitte vollständig entsorgen.


So verwende ich die getrockneten Tomaten
  • klein geschnitten in Pasta oder Risotto
  • auf Focaccia oder Pizza
  • in Sugo und Schmorgerichten
  • zu Burrata oder Mozzarella
  • im Brot- oder Focacciateig
  • als Teil einer Antipasti-Platte
  • püriert in Aufstrichen und Dips

Und weil wir gerade beim Haltbarmachen sind: Mein Kurs «Einmachen & Haltbar machen» Ende Oktober ist bereits ausverkauft. Vielen lieben Dank – ich freue mich riesig!

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Lemon Curd

13/9/2026

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Lemon Curd – ich liebe es. Der Rest hier eher weniger.

Es gibt ja so Sachen, bei denen ist man sich zuhause einfach nicht einig. Bei uns gehört Lemon Curd definitiv dazu.
Ich liebe ihn. Diese Mischung aus süss und sauer, herrlich zitronig, cremig und gleichzeitig frisch – ich könnte ihn tatsächlich einfach mit dem Löffel aus dem Glas essen.

Meine Familie? Sagen wir es so: Ich muss das Glas nicht anschreiben, damit mir jemand etwas davon übrig lässt.
Darum mache ich Lemon Curd tatsächlich gar nicht so oft nur für uns zuhause. Meistens gibt es einen Grund dafür: Ich brauche ihn für einen Kochkurs, für ein Dessert oder zum Backen. Und wenn dann noch etwas übrig bleibt, findet sich immer jemand, der sich über ein Gläschen freut. Oder eben ich. Auch gut.

Diesmal steht wieder ein Kurs dahinter: Für meinen Apéro riche – Herbstedition brauche ich Lemon Curd für eines der beiden kleinen Desserts. Gerade bei einem Apéro riche mag ich Desserts, die nicht einfach nur süss sind. Nach all den herzhaften Häppchen darf zum Schluss ruhig etwas Frisches und Säuerliches kommen.
Und genau dafür ist Lemon Curd perfekt.
​
Selbermachen lohnt sich übrigens wirklich. Man braucht nur wenige Zutaten, es geht schnell und geschmacklich liegen zwischen einem frisch gemachten Lemon Curd und vielen gekauften Varianten kleine Welten.
Bild

Lemon Curd

Ergibt ca. 300–350 g
Zutaten
  • 2 Bio-Zitronen
  • 100 ml frisch gepresster Zitronensaft
  • fein abgeriebene Schale von 1 Zitrone
  • 120 g Zucker
  • 2 Eier
  • 2 Eigelb
  • 80 g kalte Butter, in Würfeln
  • 1 kleine Prise Salz

Zubereitung
​
Zitronensaft, Zitronenabrieb, Zucker, Eier, Eigelb und eine kleine Prise Salz in einen Topf geben und mit dem Schwingbesen gut verrühren.
Die Masse bei mittlerer bis kleiner Hitze langsam erwärmen und dabei ständig rühren. Sie soll nicht sprudelnd kochen. Sobald der Lemon Curd deutlich eindickt und etwa 82–84 °C erreicht hat, den Topf vom Herd nehmen.
​
Nun die kalte Butter nach und nach einrühren, bis eine wunderbar glatte, glänzende Creme entstanden ist.
Wer den Lemon Curd besonders fein haben möchte, streicht ihn anschliessend noch durch ein Sieb. Das mache ich vor allem dann, wenn ich ihn für feine Desserts oder zum Füllen verwende.
In ein sauberes Glas füllen, die Oberfläche direkt abdecken und vollständig auskühlen lassen. Im Kühlschrank wird der Lemon Curd noch etwas fester.
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Bild

Cucina-mia-Tipp
Lemon Curd ist viel mehr als nur ein Brotaufstrich. Ich verwende ihn gerne als Füllung für Cupcakes und Tartelettes, zu Pavlova, zwischen Biskuitböden, zu Joghurt oder als säuerlichen Kontrast in einem Dessert im Glas.

Und falls ihr ebenfalls die einzigen Lemon-Curd-Fans in eurem Haushalt seid: Keine Sorge. Ein hübsches Glas davon lässt sich wunderbar verschenken.
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Oder man behält es einfach selber. Ich würde das durchaus verstehen.
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